Webradio und Livestream

Spezialtipp

Schwetzinger SWR Festspiele 2021

Bild: SWR/SSF/Irène Zandel

Freitag, 13:05 Uhr SWR2

SWR2 Mittagskonzert

Schwetzinger SWR Festspiele 2021

Nils Mönkemeyer und Freunde. Nils Mönkemeyer (Viola)

Tagestipp

Heute, 21:05 Uhr Bayern 2

radioTexte am Donnerstag

Sie sind großbürgerlich, kleinbürgerlich, patriotisch, liberal, kunstbeflissen, unternehmerisch, emanzipiert, modern, konventionell, jüdisch, preußisch, süddeutsch: die Effingers. Gabriele Tergit schrieb den Jahrhundertroman einer Familie. Die Kritik feierte das Buch euphorisch - leider erst 70 Jahre nach Erscheinen. Katja Bürkle liest vier Teile Redaktion und Moderation: Judith Heitkamp Dieser Roman beginnt mit einem Brief des jungen Paul Effinger im Jahr 1878. Er endet mit einem Brief des alten Paul Effinger im Jahr 1942 (und dann gibt es noch Nachkriegsepilog). Dazwischen liegen Firmengründungen und Pleiten, Weltkriege und Revolutionen, Geburten, Tod, Mord, gebrochene Herzen und offene Beziehungen, Bismarck, der Kaiser, Revolution, die Weimarer Republik, Hitler. Und auch Menü-Folgen, Inneneinrichtungen, Kleidermoden. "Effingers" holen uns direkt hinein in den Alltag der Zeit. Es sollte der große Roman über alles werden, an dem Gabriele Tergit (1894-1982) seit Anfang der 1930er Jahre schrieb, seit ihrem Erfolg mit "Käsebier erobert den Kurfürstendamm". "Effingers" würde über Epochen und Generationen hinweg von einem bürgerlichen Milieu erzählen, das Deutschland geprägt hatte. Tergit konnte damals nicht ahnen, dass die SA sie wenig später ins Visier nehmen, dass sie ihr 900-Seiten-Werk über Jahre hinweg in Hotelzimmern, im Exil, weiterschreiben würde, dass zum Schluss auch der Zivilisationsbruch des Holocaust den Weg ins Buch finden musste. Nicht wenige ihrer lebenslustigen, rechtschaffenen, geistreichen, merkwürdigen Effingers werden ermordet. Als das Buch 1951 erschien, wollte kaum einer es verkaufen und kaum einer es lesen. Für Verdrängungsprozesse war es nicht geeignet. In den 1970er Jahren erhielt es etwas mehr Aufmerksamkeit - eine Zeitlang. Aber erst seit dem letzten Jahr, mit der Neuauflage im Schöffling Verlag, ist die Literaturkritik sich einig: dieser Roman gehört in den Kanon. Gerade haben die Münchner Kammerspiele das Werk für die Bühne adaptiert. In der klassischen Lesung sind vier große Ausschnitte zu hören: um die Gründerjahre 1878 bis 1885 geht es im ersten Teil, um Hochzeiten und andere Erfolge zwischen 1885 und 1900 im zweiten, um das Chaos der Jahre nach dem Ersten Weltkrieg im dritten und um die NS-Zeit im vierten Teil. Es liest Katja Bürkle, die das umfangreiche Personal und die vielen schnellen und zeitgeistigen Dialoge souverän gestaltet.

Konzerttipp

Heute, 20:00 Uhr rbb Kultur

RBBKULTUR RADIOKONZERT

Howard Griffiths dirigiert das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt Konzertaufnahme vom 09.09.2012 in der Erlöserkirche Potsdam (Brandenburgische Sommerkonzerte) Felix Mendelssohn Bartholdy: Die Hebriden h-Moll, op. 26 Edward Elgar: Cellokonzert e-Moll, op. 85 Benedict Kloeckner Jean Sibelius: Sinfonie Nr. 2 D-Dur, op. 43 Ferdinand Ries: Septett, op. 25 Linos Ensemble Wolfgang Amadeus Mozart: Klaviersonate G-Dur, KV 283 Ivo Pogorelich

Hörspieltipp

Heute, 19:04 Uhr WDR3

WDR 3 Hörspiel

Golgatha (8/8) Von Robert Weber Trip durch 2000 Jahre etwas andere Zeitgeschichte

Featuretipp

Heute, 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Freispiel

Schwerpunkt: Dating Wanna Play? Zwei Welten und fünf Blind Dates Von Carina Pesch Regie: die Autorin Mit: Cade McCall, Bettina Conradi, Friedemann Brenneis, Katja Schmidt, Carina Pesch, Dries Verhoeven, Martin Dannecker u.a. Produktion: SWR 2015 Länge: 54"58 2014 stellt sich Dries Verhoeven in einem Glaskasten aus. Mittels Sexdating-Apps lädt er Männer zu sich ein, doch die Kunstaktion läuft schief. Fünf Personen, die auch schwule Dating-Apps nutzen, reflektieren den Kontext der Aktion in fünf Blind Dates. Zwei Wochen lang lebt Dries Verhoeven öffentlich sichtbar auf einem Platz in Berlin-Kreuzberg und stellt sich selbst aus: essend, schlafend, duschend und online auf Dating-Apps. Die einzige Verbindung des Künstlers zur Außenwelt sind fünf Smartphones. Über Grindr, Scruff und GayRomeo will er Männer aus der Nachbarschaft zu sich einladen. Aber die Aktion läuft schief. Die Betroffenen und ihre Unterstützerinnen und Unterstützer wollen nicht, dass öffentlich gezeigt wird, was halböffentlich üblich ist: Verabredungen zum Sex per Dating-App, der virtuelle Raum als Darkroom. Was erzählt uns die abgebrochene Kunstaktion über das Verhältnis zwischen Homosexualität und der sogenannten Mehrheitsgesellschaft? Und wie verändert die Dating-App - unabhängig von allen sexuellen Orientierungen - die Liebe? Feature-Autorin Carina Pesch ist diesen Fragen nachgegangen und hat fünf Personen zu einem Blind Date getroffen. Denn im Dunkeln lässt sich vieles besser sagen. Carina Pesch, geboren 1983, studierte Ethnologie, Politikwissenschaft und Philosophie in Leipzig und Beirut. Autorin und Regisseurin von dokumentarischen und fiktiven Hörstücken für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sowie von ortsspezifischen Installationen, Audiowalks und Klangkompositionen. Zahlreiche Preise und Stipendien, zuletzt Bronze beim Grand Prix Nova für DREAMWAYS. Sie gibt Workshops und Seminare. Gemeinsam mit Lena Löhr und Martina Weber kuratiert sie die Geräuschkulisse, eine monatliche Veranstaltungsreihe für Hörkunst in Leipzig. Wanna Play? Zwei Welten und fünf Blind Dates

Podcast

Bayern 2

How to Berggenuss - Tipps für ein achtsames Bergleben | Sport vs. Genuss | Service

Sich komplett auf das Hier und Jetzt in der Natur einlassen und die Gedanken an Job, Beziehungsstress und Co. einfach fliegen lassen? Wie funktioniert das eigentlich am besten? In der Service-Folge bekommt Toni Tipps von der Entspannungstrainerin und Yogalehrerin Sibylle Bauer. Plus: Am Ende gibt's eine kleine Bergmeditation.

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Hörspiel-Download

SWR 2

Hanna Hartman: Fog Factory

In "Fog Factory" erzählt Hanna Hartman, wie in all ihren Arbeiten der letzten Jahrzehnte, keine Geschichte. Sie fordert uns nicht auf, nach einer Bedeutung zu suchen. Sie möchte einfach, dass wir genau hinhören und die erlesenen, schwer fassbaren Details in ihrem Werk bemerken.

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