Tagestipps im Radio

Tagestipps

Donnerstag 18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Weltzeit

Moderation: Margarete Wohlan Ukraine: "Wir sind für Putin nicht wirklich von Bedeutung" Von Kirill Kolomiets Als Wladimir Putin im Juli 2021 auf der Website des Kremls einen Aufsatz über die historische Einheit der Russen und Ukrainer veröffentlichte, war das eine weitere Eskalation in der Bedrohung für die Menschen in der Ukraine - nach der Einverleibung der Krim, der Aufwiegelung und Einmischung im Donbas sowie der immer wieder unverhohlen formulierten territorialen Begehrlichkeiten im Süden und Osten der Ukraine. Vor allem die Einwohner von Saporischschja, die Putin explizit erwähnte und die er zu den sogenannten Gebieten der Malorossiya zählt, nahmen das mit gemischten Gefühlen auf. "Wir sind für Putin nicht wirklich von Bedeutung", sagt einer von ihnen. "Es ist nur ein Vorwand, um die Besetzung der Krim und auch seine Unterstützung im Donbas vor der Welt zu rechtfertigen."

Donnerstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Deep Science - Der Wissenschaftspodcast Extreme Experimente (5/5) Verdunkeln wir doch die Sonne! Von Sophie Stigler und Tomma Schröder Die Idee ist so einfach wie umstritten: Wenn die Menschheit mit dem Klimaschutz nicht vorankommt, warum verpassen wir dem Planeten nicht einen Sonnenschutz, der die Erwärmung stoppt? Von Vulkanausbrüchen weiß man, dass kleine Partikel in der Atmosphäre die Temperaturen auf der Erde schnell und beträchtlich reduzieren können. Auch die unerwünschten Nebeneffekte des solaren Geoengineerings ließen sich eventuell in den Griff bekommen. Nur: Sollen wir einen solchen Eingriff wirklich wagen? Wissenschaftler der Harvard-Universität planen ein erstes Freiluftexperiment: Eigentlich soll nur ein Ballon in die Stratosphäre steigen, doch dieser Testballon wird schnell zum Politikum. "Verdunkeln wir doch die Sonne!" ist die letzte Folge der Auftaktstaffel "Extreme Experimente" unseres Wissenschaftspodcasts "Deep Science". Alle Episoden finden Sie in der Langfassung unter dlf.de/deepscience und überall dort, wo es Podcasts gibt.

Donnerstag 20:00 Uhr RadioEINS

Beste Musik

Stahlwerk mit Jan Schwarzkamp

Donnerstag 20:04 Uhr SR2 Kulturradio

Mouvement

Musikfestspiele Saar 2021 Stefan Litwin Flegeljahre, Monodrama für einen Schauspieler und zwei Pianisten nach Jean Paul Texteinrichtung: Holger Schröder (Uraufführung) Ulrich Noethen, Sprecher GrauSchumacher Piano Duo Aufnahme vom 11. September 2021 aus dem Weltkulturerbe Völklinger Hütte

Donnerstag 21:05 Uhr Bayern 2

radioTexte am Donnerstag

Sie sind großbürgerlich, kleinbürgerlich, patriotisch, liberal, kunstbeflissen, unternehmerisch, emanzipiert, modern, konventionell, jüdisch, preußisch, süddeutsch: die Effingers. Gabriele Tergit schrieb den Jahrhundertroman einer Familie. Die Kritik feierte das Buch euphorisch - leider erst 70 Jahre nach Erscheinen. Katja Bürkle liest vier Teile Redaktion und Moderation: Judith Heitkamp Dieser Roman beginnt mit einem Brief des jungen Paul Effinger im Jahr 1878. Er endet mit einem Brief des alten Paul Effinger im Jahr 1942 (und dann gibt es noch Nachkriegsepilog). Dazwischen liegen Firmengründungen und Pleiten, Weltkriege und Revolutionen, Geburten, Tod, Mord, gebrochene Herzen und offene Beziehungen, Bismarck, der Kaiser, Revolution, die Weimarer Republik, Hitler. Und auch Menü-Folgen, Inneneinrichtungen, Kleidermoden. "Effingers" holen uns direkt hinein in den Alltag der Zeit. Es sollte der große Roman über alles werden, an dem Gabriele Tergit (1894-1982) seit Anfang der 1930er Jahre schrieb, seit ihrem Erfolg mit "Käsebier erobert den Kurfürstendamm". "Effingers" würde über Epochen und Generationen hinweg von einem bürgerlichen Milieu erzählen, das Deutschland geprägt hatte. Tergit konnte damals nicht ahnen, dass die SA sie wenig später ins Visier nehmen, dass sie ihr 900-Seiten-Werk über Jahre hinweg in Hotelzimmern, im Exil, weiterschreiben würde, dass zum Schluss auch der Zivilisationsbruch des Holocaust den Weg ins Buch finden musste. Nicht wenige ihrer lebenslustigen, rechtschaffenen, geistreichen, merkwürdigen Effingers werden ermordet. Als das Buch 1951 erschien, wollte kaum einer es verkaufen und kaum einer es lesen. Für Verdrängungsprozesse war es nicht geeignet. In den 1970er Jahren erhielt es etwas mehr Aufmerksamkeit - eine Zeitlang. Aber erst seit dem letzten Jahr, mit der Neuauflage im Schöffling Verlag, ist die Literaturkritik sich einig: dieser Roman gehört in den Kanon. Gerade haben die Münchner Kammerspiele das Werk für die Bühne adaptiert. In der klassischen Lesung sind vier große Ausschnitte zu hören: um die Gründerjahre 1878 bis 1885 geht es im ersten Teil, um Hochzeiten und andere Erfolge zwischen 1885 und 1900 im zweiten, um das Chaos der Jahre nach dem Ersten Weltkrieg im dritten und um die NS-Zeit im vierten Teil. Es liest Katja Bürkle, die das umfangreiche Personal und die vielen schnellen und zeitgeistigen Dialoge souverän gestaltet.

Donnerstag 22:00 Uhr NDR Blue

Nachtclub NDR Blue in Concert

Heute mit Tamikrest (1/2) Sie gehören zu den spannendsten Vertretern des Mali-Blues. 2006 haben sie sich gegründet, die Bandmitglieder gehören dem Volk der Tuareg an. Mehrere Alben haben sie schon veröffentlicht, auch bei Europas größtem Clubfestival waren sie schon zu Gast: Am 21. September 2019 spielte die Band im Hamburger Club Knust im Rahmen des Reeperbahn Festivals, wir haben für Euch den Mitschnitt des Auftritts.

Donnerstag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Freispiel

Schwerpunkt: Dating Wanna Play? Zwei Welten und fünf Blind Dates Von Carina Pesch Regie: die Autorin Mit: Cade McCall, Bettina Conradi, Friedemann Brenneis, Katja Schmidt, Carina Pesch, Dries Verhoeven, Martin Dannecker u.a. Produktion: SWR 2015 Länge: 54"58 2014 stellt sich Dries Verhoeven in einem Glaskasten aus. Mittels Sexdating-Apps lädt er Männer zu sich ein, doch die Kunstaktion läuft schief. Fünf Personen, die auch schwule Dating-Apps nutzen, reflektieren den Kontext der Aktion in fünf Blind Dates. Zwei Wochen lang lebt Dries Verhoeven öffentlich sichtbar auf einem Platz in Berlin-Kreuzberg und stellt sich selbst aus: essend, schlafend, duschend und online auf Dating-Apps. Die einzige Verbindung des Künstlers zur Außenwelt sind fünf Smartphones. Über Grindr, Scruff und GayRomeo will er Männer aus der Nachbarschaft zu sich einladen. Aber die Aktion läuft schief. Die Betroffenen und ihre Unterstützerinnen und Unterstützer wollen nicht, dass öffentlich gezeigt wird, was halböffentlich üblich ist: Verabredungen zum Sex per Dating-App, der virtuelle Raum als Darkroom. Was erzählt uns die abgebrochene Kunstaktion über das Verhältnis zwischen Homosexualität und der sogenannten Mehrheitsgesellschaft? Und wie verändert die Dating-App - unabhängig von allen sexuellen Orientierungen - die Liebe? Feature-Autorin Carina Pesch ist diesen Fragen nachgegangen und hat fünf Personen zu einem Blind Date getroffen. Denn im Dunkeln lässt sich vieles besser sagen. Carina Pesch, geboren 1983, studierte Ethnologie, Politikwissenschaft und Philosophie in Leipzig und Beirut. Autorin und Regisseurin von dokumentarischen und fiktiven Hörstücken für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sowie von ortsspezifischen Installationen, Audiowalks und Klangkompositionen. Zahlreiche Preise und Stipendien, zuletzt Bronze beim Grand Prix Nova für DREAMWAYS. Sie gibt Workshops und Seminare. Gemeinsam mit Lena Löhr und Martina Weber kuratiert sie die Geräuschkulisse, eine monatliche Veranstaltungsreihe für Hörkunst in Leipzig. Wanna Play? Zwei Welten und fünf Blind Dates

Donnerstag 23:05 Uhr BR-Klassik

Jazztime

All that Jazz Die Zeit der Zurückhaltung ist vorbei. Fast alle sind am Start, junge Künstler etwa, die wie das Portico Quartet beständig an der Fusion weiträumiger Klänge und melodischer Präsenz arbeiten. Da sind die etablierten Recken des Geschäfts wie der Organist Joey DeFrancesco oder der Trompeter Enrico Rava, die swingen, boppen und modern jazzend erzählen. Dann gibt es außerdem die historischen Gestalten, die von Chick Corea bis Erroll Garner die Opulenz ihrer Kunst feiern. Ein bunter Herbst der Neuerscheinungen mit vielen Tipps für angeregte Hörstunden. Moderation und Auswahl: Ralf Dombrowski

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